Pierre Corneille

PIERRE CORNEILLE (1606 – 1684), der „Vater der französischen Tragödie“, war zugleich ein begnadeter Komödiendichter. In seinem Werk finden sich nicht nur klassische Dramen wie „Horace“, streng komponiert nach der antiken Lehre der Einheit von Ort, Zeit und Handlung, sondern auch leichtfüßigere Lustspiele, denen es weniger um Staatsräson und Tugend geht als um eine Feier des Frivolen, der Phantasie und des Individuums. „La Place Royale“ etwa („La Place Royale oder Der extravagante Liebhaber“, erstmals ins Deutsche übertragen von Rainer Kohlmayer), ein Jugendstück Corneilles von 1634, das zur Zeit in Frankreich durch zahlreiche Inszenierungen wiederentdeckt wird, widmet sich dem Widerspruch von Freiheit und Liebe und weist in seiner Radikalität weit voraus in die literarische Moderne. 1637 gelang Corneille mit der Tragikomödie „Le Cid“ der große Durchbruch – die Uraufführung im Hôtel de Bourgogne war das Theaterereignis des Jahres, und König Ludwig XIII. derartig begeistert, dass er Corneille in den Adelsstand erhob. Das Intrigenspiel „Le Menteur“ („Der Lügner“, Deutsch von Rainer Kohlmayer) gilt als eine der bedeutendsten Komödien in Frankreich, denn sie hat die Komödien eines Molière nicht nur maßgeblich beeinflusst, sondern durch den revolutionären Gebrauch von Umgangssprache überhaupt erst möglich gemacht.



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