Pavel Kohout

PAVEL KOHOUT, geboren 1928 in Prag, war bereits in den 50er Jahren international der meistgespielte tschechische Theaterautor. 1968 war er einer der Wortführer des „Prager Frühlings“; Zusammen mit dem späteren Staatspräsidenten Václav Havel verfasste er die berühmte „Charta 77“, in der führende Intellektuelle die Einhaltung der Menschenrechte in der ČSSR forderten und die von zwei Millionen Bürgern unterschrieben wurde. 1977 nahm Kohout einen Beratervertrag als Dramaturg am Burgtheater Wien an und erhielt im selben Jahr den „Großen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur“. Infolgedessen wurde er ausgebürgert und man erteilte ihm ein Publikationsverbot. Kohout nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an, erst im Jahr 1990 erhielt er die tschechische zurück.
Schriftstellerei und politisches Engagement waren bei Kohout stets untrennbar miteinander verbunden. Seine Stücke – Kohout ist Meister der Politischen Parabel – prangern hintergründig staatliche Repression und Dogmatismus an und zeichnen präzise, oftmals mit absurder Komik, eine Stimmung aus Misstrauen, Einschüchterung, Überwachung, Zensur und Willkür, wie sie der Autor in der ehemaligen ČSSR erlebte. Über fünfzig Theaterstücke schrieb der Dramatiker, darüber hinaus verfasste er zahlreiche Gedichte, Essays und Romane, von denen etliche verfilmt wurden. Für sein umfangreiches Werk und seine politischen Verdienste wurde Pavel Kohout vielfach geehrt: 1997 wurde ihm der Kasseler Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft“ und 1998 das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ersten Grades“ verliehen; 2000 erhielt er in Basel den „Europäischen Preis für Kultur und Kommunikation“, 2002 nahm er das „Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland“ entgegen, 2004 bekam er die „Goldene Ehrenmedaille der Hauptstadt Wien“, 2014 das „Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich“. Pavel Kohout lebt mit seiner Frau Jelena Mašínová in Prag.




Alle Stücke von Pavel Kohout:

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