Das Messer an der Kehle
oder
Der Barbier von Paris

Curth Flatow
Das Messer an der Kehle
oder
Der Barbier von Paris

Komödie in 2 Akten
1 D, 8 H, 1 Dek
Im revolutionären Paris werden die Messer gewetzt, denn für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sollen die Köpfe des Adels rollen. Doch mit der Klinge ist niemand so geschickt wie der scharfzüngige Barbier Jacques Levissot – er rasiert seine Kundschaft, ohne dass diese auch nur einen einzigen Tropfen Blut vergießen muss. Das spricht sich schnell herum, und zur Kundschaft gehört schon bald das Who is Who der noch blutjungen Republik: Napoleon Bonaparte oder Danton begeben sich bei ihm genauso unters Messer wie der scheidende König Ludwig XVI (nur Robbespierre geht zur Konkurrenz).

Nur mit Levissots Menschenkenntnis ist es nicht so weit her. Als sich der Hochstapler Henri Picard ihm gegenüber als Sohn eines Herzogs ausgibt und um die Hand seiner Tochter Therese anhält, willigt der insgeheim royalistisch gesinnte Levissot prompt ein. Die Hochzeit aber ist bloßes Schmierentheater, besetzt mit Schauspielern einer Molière-Produktion. Kaum ist sie vorbei, setzt sich der „blaublütige“ Bräutigam mit den Ersparnissen des gutgläubigen Levissot ab – angeblich, um dem Fallbeil zu entgehen.

Während die Revolution draußen allmählich ihre Kinder zu fressen beginnt, kommen im Hause Levissot ständig neue zur Welt. Denn Therese heiratet ein weiteres Mal, diesmal Levissots begabten Lehrling Emile. Doch das Glück währt nur kurz, steht doch eines Tages der Betrüger Henri wieder vor der Tür...

„Das Messer an der Kehle“ erzählt vom Kampf um Selbstbehauptung in Zeiten ideologischer Überhitzung – ein Stoff, der im Lichte heutiger Fundamentalismen nichts an Aktualität verloren hat.


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