Demolition Downtown

Tennessee Williams
Demolition Downtown
Stück in einem Akt
2 D, 2 H, 2 K, 1 Dek
Die Stadt draußen versinkt in Chaos und Zerstörung: Immer näher kommt das Donnern der Explosionen, Gebäudeteile stürzen ein, dazu das permanente Heulen der Sirenen. Seitdem ein despotischer General die Macht ergriffen hat, ist das Zentrum abgeriegelt und befindet sich im Ausnahmezustand. Panisch hamstert die Bevölkerung Lebensmittel und wartet auf eine Entwarnung durch die Medien. Doch Fernseher und Radios bleiben stumm. Stattdessen machen Gerüchte die Runde – dass das neue Regime damit begonnen hat, die Alten und Schwachen abzutransportieren…

Auch drinnen, in der großzügigen Wohnung der Familie Lane, machen sich die Tumulte im vermeintlich fernen Stadtkern allmählich bemerkbar – nicht nur, dass die Gin-Vorräte langsam erschöpft sind, durch die Detonationen fallen jetzt auch die ersten Bilder von den Wänden. Ansonsten herrscht Ratlosigkeit: Um seine Familie zu schützen, verhängt Mr. Lane hektisch den Hausarrest, seine Frau hingegen will möglichst lange die Normalität aufrechterhalten – und das Laub im Garten kehren. Erst als die Nachbarn Mr. und Mrs. Kane klingeln – denn auch bei ihnen ist der Gin inzwischen knapp – drängt alles auf eine Entscheidung. Gemeinsam entwirft man einen genialen Fluchtplan…

„The Demolition Downtown“ von Tennessee Williams ist eine bitterböse Satire auf die Wohlfühlwelt des bürgerlichen Mittelstands, in der auch im Angesicht der Katastrophe noch über wettergerechte Kleidung diskutiert wird – und zugleich eine beklemmende Parabel über politischen Opportunismus. Während nämlich Mr. Lane und Mr. Kane noch das Auto für die Flucht präparieren, haben die Frauen bereits eine andere Idee: Leicht bekleidet wollen sie sich dem neuen Tyrannen in die Arme werfen, um so seinen Zorn zu besänftigen.


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