Tie Break

Charles Lewinsky
Tie Break
Komödie in 9 Bildern
2 D, 2 H, 1 Dek
Ein Ehepaar, dessen Beziehung kriselt, mietet sich auf Anraten einer Therapeutin für ein Wochenende in einer abgelegenen Berghütte ein, um dort anhand einer vorgegebenen Liste von Rollenspielen wieder zueinander zu finden. Das geht natürlich schief, aber nicht nur, weil solche Übungen immer schief gehen. Sondern vor allem, weil die beiden - ohne es zu wissen - in ihrer Einsamkeit nicht allein sind. Als ungeladene und (für die beiden) unsichtbare Gäste sind nämlich auch noch zwei Schutzengel anwesend. Und die verfolgen ihre ganz eigene Agenda.

Schutzengel wird man nämlich dann, wenn man im Leben genau so viel Gutes wie Schlechtes getan hat, so dass das himmlische Gericht nicht zu entscheiden weiß, ob das Urteil auf "Himmel" oder "Hölle"; lauten soll. Solche Individuen kommen dann ins Tie Break: Sie werden als Schutzengel auf eine Rettungsmission geschickt, und je nachdem, wie sie sich dort bewähren, erfolgt dann das endgültige Urteil.

Nur: Im himmlischen Gericht herrscht, wie in allen großen Verwaltungen, ein ziemliches Kuddelmuddel. So wissen die beiden Engel nicht so genau, was von ihnen eigentlich erwartet wird. Und sie haben auch ganz verschiedene Interessen. Er, ein gerade nach einem Banküberfall tödlich verunfallter kleiner Gauner, will vor allem eines: nicht in der Hölle landen. Während sie, eine schon vor mehr als hundert Jahren verstorbene Prostituierte, es darauf anlegt, möglichst lange im unentschiedenen Zustand des Tie Breaks zu verbleiben. In der Hölle, sagt sie, ist es zu unangenehm und im Himmel zu langweilig.

Eine Ehe zu kitten ist an und für sich schon ein schwieriges Unterfangen. Wenn sich auch noch dauernd unsichtbare Kräfte einmischen, wird es fast aussichtslos. Und doch gelingt es letzten Endes. Aber auch nur, weil sich die Schutzengel im Tie Break nicht an die Spielregeln halten.

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