Liebe und Information

Caryl Churchill
Liebe und Information
(Love and Information)
Stück in 7 Abschnitten
Deutsch von Hannes Becker
Besetzung ad libitum, Verw - Dek
Zwei Teenager, die alles wissen wollen über ihr Idol. Ein Wissenschaftler, der im Nervengewebe des Gehirns das Gedächtnis sucht. Ein Patient im Endstadium und die Frage, wie viel Zeit noch bleibt. Nicht wissen wollen, wer die eigene leibliche Mutter ist. Eine plötzliche Erinnerung an den verstorbenen Vater. Das Wort für Tisch im Chinesischen. Die Botschaft des Terrors und der Farbe Grün. Die Bedeutung des Gefühls für einen virtuellen Menschen.

Die Verteilung von Wissen, heißt es, bestimmt die Verteilung von Macht. Doch was ist, wenn aus unabzählbaren Informationen kein Sinn mehr abgelesen werden kann? Caryl Churchills Figuren sind manische Sammler und zugleich Schiffbrüchige in den Wogen der Informationsgesellschaft. Sie fragen, googeln, memorieren und interpretieren sich durch die Datenfluten unserer Zeit. Sie suchen nach einer Antwort auf die eine Frage, die den Unterschied ausmachen kann: Was Liebe ist, wenn nicht Information.

Vom dauernden Beschuss durch Infotainment-Programme bis zur Erfassung des Menschen als gläsernes Subjekt – im rasanten Suchlauf durch alltägliche Schicksale begibt sich Caryl Churchills „Liebe und Information“ auf den schmalen Grat zwischen Wissen und Wahnsinn, dorthin, wo die gegenwärtige Ausleuchtung der Welt gleichbedeutend ist mit ihrer Vernebelung. Und es zeichnet ein dunkel leuchtendes Panorama versehrter Seelenlandschaften – das eindringliche Porträt einer Gesellschaft vor dem Absturz ihrer Systeme.


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