Keine Ehe nach Maß
Was nie aus der Mode kommt

Curth Flatow
Keine Ehe nach Maß
Was nie aus der Mode kommt

Komödie in 5 Bildern
5 D, 2 H, 1 Dek
Eigentlich macht Gertrud Stranitzki, Modeschneiderin mit eigenem Atelier, alles richtig. Ihren Mitarbeiterinnen, die allesamt vom Pech in der Liebe verfolgt sind, ist sie nicht nur eine feinfühlige und nachsichtige Chefin, sondern auch Ratgeberin in allen Lebensfragen. Ihrem Auftraggeber, dem chronisch mit seiner Diät kämpfenden Modeschöpfer Helmut Ballmann, schneidert sie die Kollektionen reihenweise in Perfektion. Und die Ehe, die Gertrud mit dem etwas schluffigen Richard führt, ist respektvoll, aufrichtig und harmonisch – einfach eine Ehe nach Maß.

Und so übersieht Gertrud zunächst auch alle Anzeichen: das feine Jackett, das Richard sich für die Mittagspause überwirft, das italienische Restaurant statt der Wurstbude, die stundenlangen Joggingtouren, von denen ihr Mann ohne eine einzige Schweißperle zurückkehrt. Stattdessen schneidert und schneidert Gertrud – schließlich sollen Ballmanns Schöpfungen bald auf den Laufstegen der ganzen Welt zu sehen sein. Bis sie eines Tages den Abschiedsbrief von Richard auf dem Tisch findet, der heimlich die Koffer gepackt und sich ausgerechnet bei Monika – Ballmanns hübschestem Mannequin – einquartiert hat…

„Keine Ehe nach Maß“ von Curth Flatow ist eine gewohnt pointensichere, warmherzige, aber auch nachdenkliche Komödie: Dass es in der Liebe – anders als in der Mode – keine perfekten Schnitte gibt, muss Gertrud, die Virtuosin im Zuschneiden und Arrangieren, schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Doch kaum hat sich die Selfmade-Unternehmerin auf ihr eigene Stärke und Unabhängigkeit besonnen, da erweist sich noch etwas ganz anderes als wahr: in der Liebe – wie in der Mode – sind die Trends von heute im Handumdrehen auch wieder Schnee von gestern.

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