Meine Tochter gehört mir!

Eugène Labiche
Meine Tochter gehört mir!
(Mon Isménie!)
Vaudeville-Komödie in einem Akt mit Couplets
Deutsch von Rainer Kohlmayer
3 D, 2 H, 1 Dek
Isménie ist 24 und möchte heiraten. Der in sie verliebte, eifersüchtige Vater lädt zwar jeden Monat einen neuen Heiratskandidaten in sein Haus in Chateauroux zur Begutachtung ein, wirft aber regelmäßig jeden wieder hinaus, weil er eigentlich seine Tochter für sich alleine behalten möchte. Dabei lügt und mogelt er, was das Zeug hält. Jetzt hat aber die reiche Erbtante, die ihre Nichte endlich unter die Haube bringen möchte, ihren Schützling eingeladen, den blitzgescheiten Advokatsgehilfen Dardenboeuf aus Paris, der selbst mit allen Wassern gewaschen ist. Der erste Morgen mit dem schlauen Gast wird zum Heuchel-Duell zwischen dem „Schwiegervater“, der den Heiratskandidaten um jeden Preis schlechtmachen und loswerden, und dem „Zukünftigen“, der um jeden Preis bleiben und Isménie heiraten will.
Vancouver scheitert mit allen Versuchen, Dardenboeuf aufs Glatteis zu führen und seine Schwächen zu offenbaren. Aber als der sogar seine letzte Notlüge mit Witz zu kontern weiß, bleibt Vancouver nur übrig, das Schlusscouplet anzustimmen: „Bei diesem Tauschgeschäft verlier / ich meine Tochter Knall und Fall, / und krieg nen Schwiegersohn dafür: / der Traualtar - ein Trauerfall.“
Selbst in französischen Aufführungen fallen die Couplets heutzutage meistens weg. Kohlmayer hat die sieben reizvollsten Couplets des Stückes entsprechend dem originalen Rhythmus ins Deutsche übersetzt, sodass die Theater nach Belieben (und Vermögen) auch diese musikalischen Vaudeville-Trümpfe einsetzen können.

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