Rossum's Roboter AG

Pavel Kohout
Rossum's Roboter AG
(R.u.R.a.s.)
Nach Karel Čapek
Stück in 3 Akten mit einem Vorspiel
Deutsch von Silke Klein
2 D, 9 H, St, 1 Dek
Heute erschreckt es niemanden mehr, wenn Kreuzfahrtunternehmen damit werben, dass auf ihren Schiffen „Emotionale Roboter“ zum Einsatz kommen, die Hilfen zur „Orientierung an Bord oder Ausflugstipps“ geben. In Karel Čapeks Welt, der mit seinem Stück R. U. R. das Wort „Roboter“ geprägt hat, waren Roboter noch Science Fiction – während Roboter heute längst Wissenschaft, Kommunikation und unsere Vorstellung vom stetigen Fortschritt beherrschen: immer noch schneller, noch besser.

Pavel Kohout hat Čapeks Stück aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts neu geschrieben: ROSSUM'S ROBOTER AG. Der alte Stoff vom „Zauberlehrling“, vom „Golem“, von Entwicklungen, die man nicht mehr beherrschen kann, ist brandaktuell. Kohouts moderne Version, die in Teilen auch an „Herr der Ringe“ erinnert, ermuntert zum Nachdenken und Umdenken.

Eine Insel, irgendwo, darauf eine Fabrik, in der die größte Errungenschaft der vergangenen Jahrzehnte am Fließband produziert wird – Roboter, die fast alle Arbeiten für die Menschen verrichten. Sie wurden so weit entwickelt, dass sie auch optisch nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind. Nur eines haben sie nicht: Gefühle.

Helena, die Tochter des weltweit vernetzten Firmenbesitzers, will die Roboter aus ihrer Unmündigkeit befreien. Die Firmenchefs halten das für keine gute Idee, beschwichtigen Helenas Befreiungsgelüste aber durch die Entwicklung einzelner Roboter, die beginnen, wie Menschen zu denken. Die stacheln auf einer weltweit übertragenen Großkundgebung schließlich die Roboter der Welt zu einer Meuterei an, vernichten fast die gesamte Menschheit und rücken zum Firmenzentrum auf der Insel vor.

Das einzige Faustpfand, mit dem die Firmenchefs sich noch freikaufen können, ist das streng gehütete Geheimrezept, mit dem die am Fließband produzierten Roboter zum Leben erweckt und mit der Fähigkeit zum Denken und Fühlen ausgestattet werden können. Aber Helena hat die geheime Rezeptur, die das weitere Leben von Robotern überhaupt möglich macht, vernichtet, als sie erkennen musste, dass das Überleben der eigenen menschlichen Spezies gefährdet war. Sie wählt den Freitod und mit ihr jeder Firmenchef, bis auf einen. Der stellt dann fest, dass der Direktor von Rossum’s Universal Robots AG auch mit dieser Variante gerechnet und in genialer Weise den Fortbestand der menschlichen Zivilisation gewährleistet hat, zumal die Roboter dazu verurteilt sind, als Alteisen zu enden.

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