Reha

Charles Lewinsky
Reha
Ein Theaterstück in acht Bildern
2 D, 3 H, 1 Dek
Es gibt keinen Ort, der die Menschen so gleich macht wie ein Sanatorium. Man läuft den ganzen Tag im Trainingsanzug herum, und wenn man sich beim Sport oder auf einem Spaziergang trifft, sieht man dem anderen nicht an, ob er reich oder arm, Chef oder Angestellter ist. Als sich Klara und Anton dort begegnen, benutzen beide die Chance, sich als etwas anderes auszugeben, als sie in Wirklichkeit sind. Sprüche auf Lager zu haben, schlagfertig im richtigen Moment zu sein, das verstehen Anton und Klara beide bestens, wenn sie beim beliebten Allerweltsthema Wetter auch noch Verständnis haben für die Alltagspannen des Wettergotts, bei dem „wahrscheinlich der Fernseher kaputt“ ist. Und je näher sie sich kommen, desto weniger schaffen sie es, sich aus dem eigenen Lügengebäude wieder zu befreien – mit immer komischeren Konsequenzen. Was schließlich zählt, sind Gefühl und Vertrauen, all das, was jenseits von Uniformen und Etiketten verstanden wird. So kommen Klara und Anton sich schließlich trotzdem näher, ohne phantasievolle Lügengeschichten – obwohl gerade die das Stück so lebensnah machen.

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