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Zum 50. Geburtstag seiner Uraufführung am National Theatre London hatte ROSENKRANZ UND GÜLDENSTERN SIND TOT von Tom Stoppard am Old Vic (damals das National Theatre) Premiere. Und allen Kritiken ist die Verblüffung und Erleichterung anzumerken, wie lebendig und munter diese Ikone des britischen Theaters geblieben ist, obwohl sie gerade ein halbes Jahrhundert alt wurde.

„Fünfzig Jahre nach seiner Premiere an eben diesem Theater strahlt Tom Stoppards philosophische Komödie immer noch hell. Es ist hilfreich, dass Daniel Radcliffe die Hauptrolle in diesem Revival spielt und dabei perfekt von Joshua McGuire ergänzt wird, und dass die Regie von David Levaux gewandt und einfallsreich ist. Aber es ist der Scharfsinn des jungen Stoppard, der das Stück frisch und lebendig hält.“ (The Guardian)

„Die Abläufe sind schnell, das Timing gekonnt und denkwürdige Augenblicke in reichlicher Fülle vorhanden.“ (The Telegraph)

„Tom Stoppards absurde Tragikomödie ist immer noch genauso strahlend virtuos […] springt von Slapstick und Albernheiten zu intellektuellen Feuerwerken und tiefgründiger Philosophie – hat dabei die Kühnheit, sich sowohl mit Shakespeare als auch mit Beckett zu messen – und ist nach wie vor ein außergewöhnlicher Erfolg. Und ihr Blick in die Leere fühlt sich in unserer Zeit voller Beklemmung und Unsicherheit wie neu an.“ (Broadwayworld)

Tom Stoppards letztes Stück, THE HARD PROBLEM oder Ist Bewusstsein Materie?, uraufgeführt am National Theatre London als Abschlussinszenierung von Nicholas Hytner, kommt am 15. September 2017 zur Eröffnung der Schauspielsaison am Staatstheater Wiesbaden in der Regie von Uwe Eric Laufenberg zur Deutschsprachigen Erstaufführung.


Lotte Ingrisch hat mit dem Begründer der Experimentellen Quantenphysik, Helmut Rauch, ein Buch geschrieben: DER QUANTENGOTT. Dessen Präsentation fand im RadioKulturHaus des ORF in der Wiener Argentinierstraße am Donnerstag, 06. April 2017, um 19 Uhr statt. Erstmalig wirken hier eine Schriftstellerin und ein Physiker zusammen, um zu belegen, dass eine direkte Verbindung zwischen Quantenphysik und menschlichem Bewusstsein existiert. Die übernatürlichen Erfahrungen der Komödiendichterin und Filmautorin Lotte Ingrisch decken sich mit den Erkenntnissen der modernen Physik. Leben und Tod können gleichzeitig existieren. Wir können in verschiedenen Zuständen und an verschiedenen Stellen des Raumes und der Zeit erscheinen.

Lotte Ingrisch sieht sich nicht nur in ihrer letzten fröhlichen Wissenschaftsgroteske SCHRÖDINGERS KATZE bestätigt, schon ihre Weltenkomödie DIE KYBERNETISCHE BRAUT – Kasperle trifft Stephen Hawking – war der Vorgriff auf ein Theater als Wurmloch in der Welt der Relativitätstheorie, und ihr neues Drehbuch ALS ICH MERKTE, DASS ICH GESTORBEN BIN, ein abgründig-ironischer Krimi im Stil des Film Noir, ist die augenzwinkernde Erschließung eines gänzlich unbekannten Gebietes: eines Gebietes, das jenseits liegt von Leben und Tod.


THE PENITENT von David Mamet hatte am 27. Februar 2017 Uraufführung in New York (Previews ab 8. Februar) am Atlantic Theater, dessen Mitgründer David Mamet ist. Die deutsche Fassung von Michael Eberth heißt DER BUSSFERTIGE. Titelfigur ist ein Therapeut, der gegen den Auftrag rebelliert, zugunsten eines Mörders, den er vor dessen Taten behandelt hat, als Zeuge der Verteidigung vor Gericht aufzutreten. Er verweigert sich den Regeln gewissenloser Medienorientierung von Presse und Justiz, sucht Halt in der Religion und wendet sich selbstzerstörerisch gegen sein bisheriges Leben.


Sebastian Brauneis ist mit seinen ersten drei Theaterstücken zu Jussenhoven & Fischer gekommen: DREI IM KREIS, ein Schauspiel in 11 Runden über die schreckliche Herrschaft von "Gott" und "Geld" über den Menschen, der längst Sklave seiner eigenen Schöpfung geworden ist. Und der auf dem Weg ist, schließlich nichts mehr als ein Produkt zu sein; LANG, ein Abend mit Musik als Porträt der Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, durchsetzt mit Wien-Klischees, deren scheinbare Harmlosigkeit umso besser die Gewalt hervortreten lassen. Lang, die Hauptfigur, legendärer Henker von Wien, wirbt für seine menschengerechte Bio-Methode des Strangulierens; TRÄUME, ein Schauspiel mit Musik über Heimat, die mit ihr verbundenen Hoffnungen, enttäuschten Möglichkeitsformen des Ich und die unerfüllten Träume.
Sebastian Brauneis lebt in Wien, arbeitet als Autor und Regisseur für Film, Theater und Fernsehen. Am Max Reinhardt Seminar hat Brauneis einen Lehrauftrag für Schauspiel im Fach "Arbeit vor der Kamera".


Andrea Breths Inszenierung des Schauspiels DIESE GESCHICHTE VON IHNEN von John Hopkins (This Story of Yours, Deutsch von Michael Eberth) am Akademietheater Wien, ausgezeichnet mit dem NESTROY-Preis 2016, hat inzwischen zweimal auf dem Hamburger Theater Festival im Thalia Theater Hamburg gastiert. Seit Januar 2016 sind 25 Vorstellungen gespielt worden. Am 24. und 25. März 2017 wird die Aufführung zum Theatertreffen im Rahmen der Duisburger Akzente gastieren und Ende März/Anfang April im Schauspiel Frankfurt. Außer Andrea Breth, die ihren Preis für die beste Regie der kürzlich verstorbenen Kostümbildnerin Moidele Bickel gewidmet hatte, waren auch Nicholas Ofczarek (Johnson) und August Diehl (Baxter) in DIESE GESCHICHTE VON IHNEN als Beste Schauspieler für den NESTROY nominiert worden.


Zur neuen Spielzeit 2016/2017 erschien das neue Stück von Alessandro Baricco, SMITH & WESSON, in der deutschen Fassung von Marina Wandruszka. Die Uraufführung fand am 4. Mai 2016 am Teatro Goldoni in Venedig statt. Nach NOVECENTO und SO SPRACH ACHILL kehrt Alessandro Baricco ans Theater zurück, augenzwinkernd in Richtung Zirkus und mit der unbändigen Lust, Geschichten zu erzählen. „Bariccos Stück wird von brillanten Dialogen zwischen zwei Clowns getragen, einem Wladimir und einem Estragon, die von Mark Twain stammen könnten“, resümiert "La Stampa".


Das Stück der Spielzeit 2015/2016 war sicherlich auch
DIE NETZWELT von Jennifer Haley. Die Autorin kam von Los Angeles nach Deutschland und hat vier Interpretationen sehen können, die unterschiedlicher nicht sein konnten und die Kraft und Vielfalt des Stückes zum Vorschein brachten: in München (Cuvilliés-Theater), in Frankfurt am Main (Kammerspiele), in Göttingen (Deutsches Theater) und in Hamburg (Kammerspiele). Für die nächste Spielzeit sind bis jetzt Inszenierungen in Bielefeld, Kassel, Oldenburg und Tübingen geplant.


In die Spielzeit 2016/2017 fällt auch das 500jährige Jubiläum der Reformation durch Martin Luther. Wir erleben heute, welche gesellschaftlichen Energien durch den Kampf zwischen unterschiedlichen Religionsfestschreibungen zur Explosion gebracht werden können. Martin Luther, ein Kämpfer gegen Papst und Kaiser, hat durch die von ihm verursachte Spaltung der Kirche in katholische und evangelische Glaubensbekenntnisse zur Rettung des christlichen Glaubens überhaupt beigetragen und, wie nebenbei, durch seine Bibelübersetzung das Fundament für eine gemeinsame deutsche Hochsprache gelegt. John Osbornes Stück LUTHER sollte zu diesem Anlass neu auf der Bühne gedacht werden.


BEGLEITAGENTIN von Mark Zak rückt der verwicklungsreichen Vergangenheit deutsch-russischer Verhältnisse auf den Pelz – mit analytischer Schärfe, feinem Witz und fesselnder Erotik. Helga, eine nicht mehr ganz junge Begleitdame der Agentur „Auf Schritt und Tritt“, taucht in der Suite eines Berliner Luxushotels bei dem russischen Oligarchen Oleg auf. Was Helga zunächst verschweigt: dass sie ihre eigene dunkle Geschichte mit Olegs Land hat, eine Geschichte ihrer Familie, die bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht … Zunächst scheinbar eine Verwechslungskomödie oder eine Romantic Comedy, wandelt sich das Stück in seinem Verlauf zum kriminalistischen Geschichtsdrama. Was hier ans Tageslicht befördert wird, ist nichts weniger, als die historische Tiefe einer Konfliktlage, die Europas Gegenwart genauso bestimmt wie Europas Zukunft. Der Autor Mark Zak, geboren in Lemberg, UdSSR, aufgewachsen in Odessa, hat in über 100 deutschen und internationalen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. BEGLEITAGENTIN ist sein erstes Theaterstück.


Eugène Labiche zeigt uns ein Bürgertum am Rande des Nervenzusammenbruchs. Vom amüsanten Lustspiel bis zur bösen Farce ist es hier immer nur ein winziger Schritt. Labiches Figuren sind wie Seiltänzer über einem klaffenden Abgrund. Ihr Erfolgsrezept – zugleich das Rezept des erfolgreichen Bürgertums – ist auch die Falle, in der sie alle sitzen: die vollständige Ökonomisierung von allem und jedem, auch der romantischen Liebe. Und so ist die mitreißende Unterhaltsamkeit der Stücke Labiches, ihr Tempo und ihr Witz, auch das Happy End, das sie uns immer liefern, wie ein zuckersüßes Gift – in Wahrheit erzählen sie vom moralischen Zerfall, und jedes Happy End ist nur ein kurzes Aufatmen vor der vielleicht endgültigen Katastrophe.

Sechs Einakter von Eugène Labiche hat Rainer Kohlmayer jetzt zum ersten Mal auf Deutsch vorgelegt.

Der zum Frühwerk zählende Vaudeville-Einakter FRISETTE wird in den letzten Jahren nicht nur in Paris immer wieder gespielt. Die in Kohlmayers Fassung vorgetragenen Lieder mit genauen Melodievorschlägen sind kabarettistische bis sentimentale Höhepunkte.

EDGAR UND SEIN DIENSTMÄDCHEN ist ein herrliches Beispiel für bürgerliches Verlachtheater, das sich – vor allem in den parodistischen Gesangsnummern – grandios selbst auf die Schippe nimmt.

Die Couplets in MEINE TOCHTER GEHÖRT MIR hat Kohlmayer entsprechend dem originalen Rhythmus ins Deutsche übersetzt, so dass die Theater nach Belieben (und Vermögen) auch diese musikalischen Vaudeville-Trümpfe einsetzen können.

Auch IN DER EIGENEN FALLE ist ein Paradebeispiel für Labiches Stücke über „Bürger in Stress-Situationen“: Absurde Situationskomik, eine geradezu alterslos flinke und geschmeidige Sprache, Charaktere mit präzis individuellen Macken. Labiche bietet Boulevard auf dem Niveau der Comédie Française.

Auch in EINE LOCKERE HAND werden die Klischees und Konventionen des bürgerlichen Zeitalters auf die Schippe genommen, aber hier weniger alptraumhaft als vielmehr mit chaplinesker Verschmitztheit und Heiterkeit.

POLITIK UND GRAMMATIK verbindet Polit- und Wissenschaftssatire, Rührstück und Alptraumkomik. Der reife Labiche spielt auf allen Registern des bürgerlichen Amüsier-Theaters, ohne den Boden der Realitätsnähe zu verlassen.

Diese sechs Einakter sind beliebig für einen Theaterabend zu kombinieren.

Eine Kombination ist auch möglich mit Labiches berühmtestem Einakter DIE AFFÄRE IN DER RUE DE LOURCINE, den Rainer Kohlmayer jetzt ebenfalls übersetzt hat.


Obwohl Meisterdetektiv Sherlock Holmes in den düsteren Mooren Schottlands einen finsteren Mordfall durch einen mysteriösen Höllenhund lösen muss, darf in BASKERVILLE von Ken Ludwig, Deutsch von Inge Greiffenhagen, gelacht werden, und mit Hochspannung gerätselt, bis der Vorhang fällt. Ken Ludwig, u.a. ausgezeichnet mit dem Edgar Allan Poe Award, gelingt mit BASKERVILLE ein schaurig-schöner Krimi in bester Arthur-Conan-Doyle-Tradition, der dem klassischen Stoff allerdings nicht bloß ein weiteres Denkmal errichtet, sondern ihm neue, überraschende Wendungen verleiht und zugleich eine gehörige Portion Humor injiziert. Das liegt nicht zuletzt an den 36 liebevoll verschrobenen Rollen, die von nur fünf Darstellern gespielt werden.


Drei Frauen, drei Jahrzehnte, und die Frage, was am Ende wirklich wichtig ist: die Komödie DIANA UND VIVIEN UND ROSE von Amelia Bullmore, Deutsch von Christiane Nothofer, ist ein Stück für drei starke Schauspielerinnen: Wir sind in den frühen 80ern, der Hochphase des Kalten Kriegs und der englischen Popmusik, und für die drei Freundinnen DI UND VIV UND ROSE ist alles neu, aufregend und intensiv: Scharfe Debatten über die gesellschaftliche Rolle der Frau, durchtanzte Nächte und Sex direkt nach der Vorlesung über antike Vasenmalerei ... Doch nach dem wilden Studentenleben und der Abschlussarbeit warten die wahren Prüfungen: die WG löst sich auf, Diana und Vivien und Rose zerstreut es in alle Himmelsrichtungen. Und während wir uns durch turbulente Jahre der Jetztzeit nähern, wird den drei Freundinnen klar, dass nichts im Leben selbstverständlich ist – auch nicht ihre Freundschaft. Amelia Bullmore erzählt vom schwierigen Erwachsenwerden – warmherzig und klug, zugleich aber frech und unsentimental.

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