Omatrick

Charles Lewinsky
Omatrick
Ein Theaterstück für zwei Schauspieler
1 D, 1 H, 1 Dek
Ein junger Mann besucht im Auftrag seines Vorgesetzten dessen senile Großmutter im Altenheim. Er soll sich die Unterschrift der alten Dame auf einem rückdatierten Kaufvertrag verschaffen, damit sein Chef in den Besitz ihres Hauses kommt. Dieser hat selbst unüberbrückbare Differenzen mit seiner Oma und zieht es daher vor, einen anderen an seiner Stelle zu schicken. Da die Großmutter tagtäglich vergesslicher wird, sollte es für seinen Angestellten eine Leichtigkeit sein, ihr das Haus zu einem Spottpreis abzuschwatzen.

Die ältere Dame, die den etwas unerfahrenen Handlanger empfängt, ist jedoch nicht im Entferntesten so passiv und der Realität entrückt, wie angenommen. Redselig und unnachgiebig verwickelt die leicht verschobene, aber äußerst selbstsichere Frau den unbeholfenen jungen Angestellten in Gespräche über Erinnerungen längst vergangener Tage. Sein fragwürdiger Auftrag gestaltet sich dementsprechend schwieriger als erwartet. Statt nach einer raschen Täuschung mit einem blindlings unterschriebenen Vertrag in der Tasche wieder zu verschwinden, bleibt ihm nichts anderes übrig, als der kecken älteren Dame aufs Geratewohl beizupflichten. Während er versucht, höflich Konversation zu betreiben, verstrickt sich der irritierte junge Mann zunehmend in Widersprüche.

So nimmt die Sache ihren Lauf. Und so wenig wie der Gesandte bei seinem fragwürdigen Auftrag mit derartigen Komplikationen in Gestalt dieser eigenwilligen Dame gerechnet hat, vermag das Publikum zu ahnen, welch unverhoffte Wendungen der von Witz getragene Dialog dieser beiden unterschiedlichen Charaktere noch nimmt.


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